Newsblog2018-03-27T13:23:11+02:00

Tägliche Höchstarbeitszeit für Pflegekräfte in Niedersachsen nun 12 Stunden

Von |11. 11. 2020|Kategorien: Gesundheitspolitik, Pflegeberuf|

Das Land Niedersachsen erhöhte durch eine Allgemeinverfügung die täglich erlaubten Höchstarbeitszeiten u.a. für Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen auf 12 Stunden bei maximal 60 Stunden wöchentlich. Bisher galt für Pflegekräfte eine gesetzliche Höchstarbeitszeit von 8 Stunden täglich und 48 Stunden wöchentlich. Nur in besonderen Ausnahmefällen durften Arbeitgeber den Arbeitstag auf maximal 10 Stunden ausdehnen. Mit Verfügung Nr. 40012-1-15-02 sollen zur Unterstützung der Corona-Maßnahmen Pflegekräfte sowie Mitarbeiter von Not- und Rettungsdiensten, Justizmitarbeiter, Soldaten, Polizisten sowie  Angestellte in Verkehrs-, Versorgungs- und Entsorgungsbetrieben einen erhöhten Arbeitsaufwand durch Mehrarbeit auffangen. Eine nennenswerte Erhöhung der Mitarbeiterzahl gab es hingegen nicht. Sozialministerin Dr. Carola Reimann erklärte [...]

„Ehrenpflegas“ in der Kritik examinierter Pflegekräfte

Von |30. 10. 2020|Kategorien: Pflegeberuf|

Die YouTube Miniserie "Ehrenpflegas" soll junge Menschen im „Fack Ju Göthe“-Stil für eine Ausbildung im Pflegeberuf gewinnen. Die Initiative der drei Bundesministerien für Familie, Arbeit und Gesundheit sorgt für heftige Kritik examinierter Pflegekräfte. Wir empfehlen, sich zunächst selbst ein Bild zu machen. Dies ist Folge 1 (6 Minuten): Gut gedacht ist leider nicht immer gut gemacht Die Initiative, junge Menschen für den Pflegeberuf zu interessieren, ist absolut unterstützenswert. Aber auf diese Weise? Die Down-Vote-Quote von 88% (über 13.000 mal "Daumen runter") kann das Bundesministerium bei YouTube nicht ausblenden, aber nach tausenden Kommentaren wie "Diese Miniserie ist ein Schlag ins Gesicht [...]

98-jährige Mutter zog in Pflegeheim, um sich um 80-jährigen Sohn zu kümmern

Von |28. 09. 2020|Kategorien: einfach schön, Lebensmut|

Das nennt man lebenslange Mutterliebe. Ada Keating zog im Alter von 98 Jahren in ein Liverpooler Pflegeheim - um sich um ihren 80-jährigen Sohn zu kümmern. Die Geschichte ist zwar nicht mehr ganz neu, aber um so schöner: Ada Keating lebte seit der Geburt ihres Sohnes Thomas immer mit ihm zusammen. Thomas war bis zu seiner Pensionierung Maler und Dekorateur und hat nie geheiratet. Mit zunehmendem Alter wurde er zum Pflegefall. Nachdem seine Mutter - eine ehemalige Krankenschwester aus dem Mill Road Krankenhaus - sich zu Hause auch als Pflegerin um ihn kümmerte, ging es im Alter von 97 Jahren [...]

Corona-Maßnahmen: 410.000 Beschäftigte in Kliniken und Praxen in Kurzarbeit

Von |27. 07. 2020|Kategorien: Gesundheitspolitik|

Verschobene Operationen, Angst der Patienten vor Krankenhäusern und Arztpraxen, Vorhaltung freier Kapazitäten: Als Folge der Corona-Krise sind 410.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Immer mehr Kliniken und Praxis stehen vor dem finanziellen Kollaps. Bilanz Stand Ende Juli: Wie unter anderem das Handelsblatt berichtete, haben bis Mai bundesweit rund 1200 Krankenhäuser und knapp 48.300 Arzt- oder Zahnarztpraxen Kurzarbeit für insgesamt rund 410.000 Beschäftigte angemeldet. Das sind 62 Prozent der Kliniken und 69 Prozent aller Arztpraxen. Kurzfassung: Fast 80 Prozent dieser Beschäftigten in Kurzarbeit kommen aus Praxen niedergelassener Ärzte. Bereits in der letzten Märzwoche gingen die Arztbesuche je nach Fachrichtung um 37 bis 64 [...]

Seit COVID-19: Höchstarbeitszeit 15 Stunden/Tag und 105 Stunden/Woche für Pflegekräfte möglich

Von |8. 06. 2020|Kategorien: Gesundheitspolitik, Pflege, Pflegeberuf|

Bei den Corona-Maßnahmen fand die "COVID-19-Arbeitszeitverordnung" der Bundesregierung kaum Beachtung. Dabei hat sie es in sich: Die gesetzliche Höchstarbeitszeit für alle "systemrelevanten" Berufe (einschließlich der Pflegekräfte) kann jederzeit bei Pandemiefällen auf bis zu 15 Stunden pro Tag und 105 Stunden pro Woche ausgedehnt werden. Die Süddeutsche Zeitung zitiert unter "60-Stunden-Woche : Mehr geht nicht. Das verkraftet keiner" das Bundesarbeitsministerium mit der Aussage, "die Pandemie verlange besondere Anstrengungen von Arbeitgebern sowie von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern". Hätte die Süddeutsche Zeitung den Gesetzestext genau gelesen, hätte sie festgestellt, dass sogar 105-Stunden-Wochen möglich sind, und zwar 3 Wochen hintereinander, mit jeweils 15 Stunden Arbeitszeit [...]

Immunitätsausweis: Berufsverbot für ungeimpfte Pflegekräfte?

Von |4. 05. 2020|Kategorien: Gesundheitspolitik, Pflege, Pflegeberuf|

Die Bundesregierung will u.a. ein Berufsverbot für ungeimpfte Arbeitnehmer ermöglichen. Das betrifft vor allem medizinische Berufe. Wer nicht nachweisen kann, gegen eine Krankheit immun oder geimpft zu sein, dem kann die Bundesregierung die Berufausübung und die Bewegungsfreiheit einschränken. Update: Nach einem erheblichen Shitstorm zog Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den nachfolgenden Gesetzentwurf "vorerst" (!) zurück, Siehe https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kampf-gegen-corona-spahn-stoppt-plaene-fuer-immunitaetsausweis-nach-protesten/25801000.html?ticket=ST-2870021-xQHXfJlQARoUgoVTfFNl-ap4. Am 29.04.20 beschloss die Bundesregierung, dass das Infektionsschutzgesetz und das Medizinproduktegesetz erneut geändert werden sollen. Bis zum 15.05. soll der Bundesrat zustimmen, was wie üblich eine reine Formsache sein dürfte. Dies ist der aktuelle Entwurf für den neuen § 22 Absatz (5) Infektionsschutzgesetz: "Bei der [...]

Coronavirus: Pflegekräftemangel und Triage

Von |26. 03. 2020|Kategorien: Gesundheitspolitik, Pflege, Pflegeberuf|

Frankreich hilft im Elsass Patienten über 75 nur noch beim Sterben, weil es zu wenig Intensivbetten und Beatmungsgeräte gibt. Der größte Engpass der Intensivpflege in deutschen Krankenhäusern ist mit den bisherigen Mitteln nicht auflösbar: Pflegekräfte. Intensivpflegedienste sorgen sich in der Corona-Krise wie fast niemand sonst. Mit der Betreuung von Beatmungspatienten tragen sie die Verantwortung für die gefährdetste Risikogruppe. Die Sorgen gelten neben den Patienten auch den Pflegekräften: Wie sollen Ansteckungen vermieden werden, sobald die Vorräte bei Atemschutzmasken, Desinfektionsmaterial, Handschuhen, Schutzbrillen etc. aufgebraucht sind? Wovon sollen Pflegedienste und Krankenhäuser solch unverzichtbares Material kaufen, wenn die Preise insbesondere bei FFP-Atemschutzmasken nur noch [...]

Kreuzfahrtschiff statt Altenheim?

Von |25. 02. 2020|Kategorien: einfach schön, Gesundheitspolitik, Lebensmut, Pflegeberuf|

Lee Wachtstetter (92) lebt seit 2006 ununterbrochen auf dem Kreuzfahrtschiff "Crystal Serenity".  Wäre solch ein Leben für alle Rentner machbar? Lebensabend komplett auf Kreuzfahrt Die "Crystal Serenity" ist eines der teuersten Kreuzfahrtschiffe. 14.600 € zahlt Lee Wachtstetter pro Monat: https://www.youtube.com/watch?v=-dWFKp-bJtk Das geht auch günstiger: Auf der "AIDAprima" kosten Außenkabinen 430 € pro Woche bzw. 1.863 € monatlich. Beim Stöbern in meiner Witzesammlung fiel mir wieder der Text "Kreuzfahrtschiff statt Altenheim" in die Hände. Den Text eines unbekannten Verfassers erhielt ich 1998, und ich habe ihn einmal aktualisiert. Ok, die Umweltbilanz von Kreuzfahrten ist grauenhaft. Aber rechnen wir mal durch: 649 [...]

Organspende: Bundestag entscheidet vorbei am „Problem Krankenhaus“

Von |27. 01. 2020|Kategorien: Gesundheitspolitik|

Jährlich sterben in Deutschland rund 900 Patienten auf Organspende-Wartelisten. Der Bundestag lehnte nun die "doppelte Widerspruchslösung" zur Organspende ab. Dabei liegt das Problem weniger in der Spendebereitschaft, sondern vor allem in den Abläufen der Krankenhäuser. Nur 3 % der möglichen Organspender werden tatsächlich zu Spendern Derzeit stehen in Deutschland rd. 9.500 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Gleichzeitig gab es zum Beispiel 2015 (aktuellste verfügbare Zahlen) über 27.000 mögliche Organspender. Das sollte doch reichen, oder? Weit gefehlt! Die Anzahl der tatsächlichen Organspender in Deutschland sank von 2010 bis 2017 (aktuellste Zahlen) um mehr als ein Drittel von 1.296 auf [...]

Krankenkassen wollen teuerstes Medikament der Welt nicht bezahlen

Von |30. 12. 2019|Kategorien: Gesundheitspolitik|

2 Millionen Euro pro Patient kostet das Medikament "Zolgensma" zur Behandlung spinaler Muskelatrophie. Krankenkassen wollen das nicht zahlen. Patienten sind verzweifelt. Wer an spinaler Muskelatrophie (SMA) leidet, hat im genetischen Gesundheitslotto Pech gehabt. Nur jeder zehntausendste Mensch erkrankt daran. Für die Betroffenen heißt das: Degenerierung von Nervenzellen, Muskelschwund, Wirbelsäulen- und Brustkorbdeformation und (bei Typ 1) ein furchtbarer Tod. Viele Kinder sterben in den ersten 3 Lebensjahren durch Atemversagen. Zwei Drittel der Kinder sterben vor dem 10. Lebensjahr. Eine schreckliche Krankheit, bei der niemand die Frage stellen sollte, ob man die schnellstmöglichen Behandlungen aus finanziellen Gründen verweigern darf. Seltene und "verwaiste" [...]

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